Stuhltests zur Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs kann man auch mittels Stuhltests entdecken. Allerdings bleiben hier Restrisiken, die mit einer Darmspiegelung ausgeschlossen werden können.

Immunologische Stuhltests

Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings zahlen die gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 50 Jahren jährlich einen sogenannten quantitativen immunologischen Stuhlbluttest (iFOBT) – ab dem 56. Lebensjahr nur noch alle zwei Jahre, es sei denn, man hat schon die Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen. Diese Tests untersuchen den Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut. Denn sowohl Darmkrebs als auch seine möglichen Vorstufen (Darmpolypen) können zeitweise bluten und somit mehr oder weniger große Blutspuren im Stuhl hinterlassen.

Immunologische Stuhlbluttests suchen im Gegensatz zu den bis März 2017 eingesetzten herkömmlichen Stuhltests ausschließlich nach menschlichem Blut und zwar nach dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Deshalb ist vor der Durchführung keine Diät erforderlich. Wichtig: Ein negativer Test (kein Blutnachweis im Stuhl) bedeutet nicht automatisch, dass kein Darmkrebs vorliegt. Denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten. Man wiegt sich hier unter Umständen in falscher Sicherheit! Andererseits bedeutet ein positives Testergebnis (es sind Blutspuren im Stuhl entdeckt worden) keinesfalls, dass ein Darmkrebs vorliegt! Denn Blutspuren im Stuhl können auch beispielsweise von Hämorrhoiden oder Verletzungen der Afterschleimhaut stammen. Bei einem positiven Ergebnis sollte jedoch zur Abklärung eine Darmspiegelung erfolgen.

Enzymatische Stuhltests

Ein weiteres Verfahren zum Nachweis von Polypen und Darmtumoren ist die Bestimmung eines Schlüsselenzyms (Tumor M2-PK) im Stuhl, welches im Stoffwechsel von Polypen und Darmkrebs vorkommt. Dieser Test ist somit unabhängig von „Blut im Stuhl“ und bedarf ebenfalls keiner zusätzlichen Diät. Mittlerweile gibt es auch einen 2in1-Kombitest, der parallel sowohl das Schlüsselenzym M2-PK als auch immunologisch „Blut-im-Stuhl“ bestimmen kann. Die Kosten für enzymatische Stuhltests werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Bei einem positiven Ergebnis sollte auch hier zur Abklärung eine Darmspiegelung erfolgen.

Im Allgemeinen gilt: Die Darmspiegelung bietet die höchste Sicherheit!